Offenes Seminar/Modul - Diensthundeführer

Qualifikation zum Diensthundeführer

Alternativ für Interessierte, die bisher noch nicht über eine Sachkundeprüfung gem. § 34a GewO verfügen - besteht das Ziel des Kurses in der Vermittlung der notwendigen Grundkenntnisse als Basisqualifikation gem. § 34a Abs. 1 Satz 6 GewO für den Start in eine berufliche Neu- / Umorientierung in eine Tätigkeit im Objekt- und Veranstaltungsschutz, im Geld- und Werttransport, im öffentlichen Personennahverkehr sowie in weiteren speziellen, in der Gewerbeordnung aufgeführten Tätigkeiten im privaten Sicherheitsgewerbe, im speziellen für und mit dem Einsatz eines Diensthundes.

IHK-Sachkundeprüfung

Der Nachweis über die Sachkunde gem. § 34a GewO ist die gewerbliche Voraussetzung für eine Tätigkeit, wie z. B. im Objekt- und Veranstaltungsschutz, im Geld- und Wettransport, im öffentlichen Personennahverkehr sowie in weiteren speziellen, in der Gewerbeordnung aufgeführten Tätigkeiten des privaten Sicherheitsgewerbes und ist die Basisqualifikation für weitere Qualifizierungen/Fortbildungen.

Zwingend erforderlich ist der Nachweis über die Sachkunde gem. § 34a Abs. 1 Satz 6 GewO

  • bei Kontrollgängen im öffentlichen Verkehrsraum oder in Hausrechtsbereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr,
  • beim Einsatz zum Schutz vor Ladendieben,
  • bei Bewachungen im Einlassbereich von gastgewerblichen Diskotheken.

Mit bestehen der IHK-Sachkundeprüfung gem. § 34a GewO besitzen Sie die notwendigen Grundkenntnisse gem. § 34a Abs. 1 Satz 6 GewO für den Beginn einer Tätigkeit in der privaten Sicherheitswirtschaft, sowohl als Sicherheitsmitarbeiter oder aber auch zur Gründung eines Sicherheitsunternehmens.

Der Nachweis über die Sachkunde gem. § 34a GewO wird der 40-stündigen Unterrichtung, welche den Markt-/ Bedarfsanforderungen nicht entspricht, bei Einstellungen vorgezogen.

Zielgruppe

Alle Interessierten, die in der privaten Sicherheitswirtschaft ihre Zukunft sehen. Sowohl Arbeitssuchende, die sich am Markt neu bzw. umorientieren, da sie in ihrem alten Beruf nicht mehr arbeiten können, aber auch bereits in der privaten Sicherheitswirtschaft Tätige mit oder ohne Sachkundenachweis gem. § 34a GewO Abs. 1 Satz 6 GewO, die sich weiterqualifizieren möchten.

Angebote für Sicherheitsunternehmen oder/und Diensthundeführer bzw. Interessierte am Umgang und Führen von Diensthunden

Unsere Ausbilder sind langjährige Diensthundeführer / Hundeführer im Bewachungsgewerbe, Dozenten und teilweise Prüfer an der IHK (Bewachungsgewerbe). Ebenso Ausbilder für den Schutzhundesport und teilweise geprüfte Hundephysiotherapeuten.

Wir können u. a. folgende Dienstleistungen anbieten: 

  • Schulung der Diensthundeführer in Theorie (Recht, Hundehaltung, Hundeausbildung, Ausdrucksverhalten, ...) und Praxis (Unterordnung und Situationstraining bezogen auf die Anforderungen im Sicherheitsdienst).
  • Überprüfung Ihrer Diensthundeführer und Diensthunde bezüglich ihrer Eignung gemäß den Vorschriften der DGUV V23.
  • Entscheidungshilfe bei Neueinstellungen: Eignungsfeststellung bei Diensthundeführer und Diensthunde und für den geplanten Einsatz.
  • Regelmäßiges Training Ihrer Diensthundeführer und Diensthunde im Rahmen von Komplexausbildung und einsatzbezogenen Szenarien.

Inhalte

Modul I: IHK-Sachkundeprüfung nach § 34a GewO (Alternatv für Interessierte, die noch keine Sachkundeprüfung gem. § 34a GewO erfolgreich absolviert haben):

  • Organisation und Auftrag des Objekt- und Werkschutzes
  • Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung - Grundgesetz
  • Bürgerliches Recht und BGB
  • Strafrecht und StGB
  • Gewerberecht und GewO
  • Datenschutzrecht und BDSG
  • Umgang mit Verteidigungswaffen (Theorie) und WaffG
  • Unfallverhütungsvorschriften
  • Verhaltenspsychologie - Umgang mit den Menschen
  • Grundlagen der Schutz- und Sicherheitstechnik
  • Brandschutz
  • IHK-Sachkundeprüfung gem. § 34a GewO

Modul II: Diensthundeführer

Leider gibt es noch keine rechtsverbindliche Prüfung für Hundeführer und Hunde im Bewachungsgewerbe. Die UVV DGUV V23 fordert zwar einen Befähigungsnachweis sowie regelmäßige Überprüfungen der Hundeführer und Diensthunde, ein exaktes Procedere ist jedoch nicht ausgewiesen du dient höchstens als "lose Orientierung".

Wir gehen davon aus, dass an unsere Diensthunde nicht die strengen Maßstäbe wie bei Behörden gelegt werden können. Kein Sicherheitsmitarbeiter wird seinen Hund austauschen, weil er Wesensmängel aufweist oder beispielsweise an Hüftgelenksdysplasie erkrankt ist.Grundsätzlich müsste neben Gesundheit und geeigneter Wesensveranlagung auch eine spezielle Ausbildung der Hunde Voraussetzung sein.

Schutzhundeprüfungen im Hundesportverein sind sicher eine gute Grundlage, sagen aber nicht wirklich etwas über die Einsatzfähigkeit des Teams im Dienst aus, da Training und Prüfungsleistungen unter absolut standardisierten Bedingungen stattfinden.

Gehorsam und Schutzdienst sollten also in wechselndem Gelände, mit unterschiedlichsten Personen, mit Tätern ohne Hetzarm und in verschiedensten Situationen trainiert werden. Ein solcher Aufwand bei der Auswahl und Ausbildung der Diensthunde im Bewachungsgewerbe (auch wenn er wünschenswert wäre) steht jedoch in keinem Verhältnis zur Honorierung der Diensthundeführer und seines/unseres Teamgefährten Diensthund.

In den meisten Einsatzbereichen wirkt der Hund allein durch seine Präsenz abschreckend auf potentielle Täter. Zusätzlich liefert er aufgrund seiner vorzüglichen Wahrnehmungsfähigkeit wichtige Informationen an den Diensthundeführer. Aus diesem Grund stellen wir bei unserer Überprüfung des Diensthundes primär einen sehr guten Grundgehorsam und Umweltsicherheit in den Vordergrund. Bei der Überprüfung des Diensthundeführers stehen theoretisches Wissen (siehe unten) und seine Fähigkeiten im Führen, Ausbilden und "Lesen" des Diensthundes im Vordergrund.

Die UVV - DGUV V23 fordert, dass Diensthundeführer in den für sie relevanten rechtlichen Grundlagen unterwiesen sind. Darüber hinaus werden Kenntnisse und Fähigkeiten für einen qualifizierten Umgang mit Hunden vorausgesetzt. Die Befähigung zum Diensthundeführer soll mindestens jährlich nachgewiesen. Die Eignung der Diensthunde soll in der Regel jährlich geprüft werden.

Die Praxis zeigt jedoch das diesen Forderungen häufig nicht entsprochen wird: 

  • Die Kenntnis rechtlicher Grundlagen ist oft unzureichend. Das führt zu fahrlässigen Verstößen gegen Rechtsvorschriften (Notwehrrecht, Notstandsrecht, UVV) und unsicherem Handeln in Problemsituationen.
  • Vertieftes Wissen über das Verhalten von Hunden ist die theoretische Basis, um den Hund eindeutig unterzuordnen, artgerecht zu halten und auszubilden. Entsprechende Kenntnisse sind zum Teil selbst bei langjährigen Hundehaltern nur mangelhaft vorhanden. Die Folge ist, dass das Team Hundeführer und Diensthund nicht harmoniert und der Diensthund im Einsatz eher eine Belastung als eine Hilfe ist oder leider auch umgekehrt.
  • Fehler in der Hundehaltung und Ausbildung können neben körperlichen Erkrankungen auch zu problematischem Verhalten der Diensthunde bis hin zu Verhaltensstörungen führen.

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • eines 2-4 wöchiger Intensivkurses
  • von Wochenmodulen, die über 2 - 6 Monate verteilt durchgeführt werden oder
  • von individuellen Seminaren und Einzelterminen, die berufsbegleitend durchgeführt werden können

sind: 

Rechte und Pflichten

  • UVV DGUV V23: §§ 12-17
  • BGB: Haftung Tierhalter und Tierhüter
  • StGB: Sachbeschädigung / Körperverletzung / Freiheitsberaubung / Nötigung / unterlassene Hilfeleistung...
  • Jedermann-Rechte, Notwehrrechte,...
  • Tierschutzhundeverordnung / Tierschutzgesetz / ...
  • Hundegesetz
  • Fallbeispiele

Kynologie

  • Hundehaltung: Unterbringung, Fütterung, Pflege, Auslauf, Training, Spiel, Sozial- und Umweltkontakte,…
  • Hundeausbildung: Mensch als "Leittier", Lernmechanismen (klassisches und instrumentelles Konditionieren, Löschen, Reizgeneralisierung, Reizdiskriminierung,…), Lob und Korrektur, Hilfsmittel in der Ausbildung (Klicker - E-Gerät),…
  • Gesundheit und 1. Hilfe: Erkennen von Erkrankungssymptomen, Fiebermessen, Eigensicherung, Verbände, … (mit praktischen Übungen)
  • Einsatz von Diensthunden im Bewachungsgewerbe: Eignung, Ausbildung

Praxis

Durchführung mit der Zielstellung, die Optimierung der Fähigkeiten und Fertigkeiten der Diensthundeführer bezüglich der Ausbildung des Diensthundes und der Diensthundeführung im Dienst. Dabei stehen rechtlich korrektes Verhalten, Eigensicherung und Unfallvermeidung im Vordergrund der Trainings.

Eine Grundausbildung der Diensthunde ist im Rahmen der Trainings nicht möglich. Aber die Diensthundeführer sollen Stärken und Defizite Ihrer Dienst-/Einsatzhunde kennen und erkennen, um die Diensthunde optimal einzusetzen, Gefahrensituationen zu vermeiden und mögliche Schwächen durch gezieltes Training zu beheben. 

  • Training der Hunde im Grundgehorsam auch unter starker Ablenkung
  • Training von dienstbezogenen Routinesituationen
  • Training von Problemsituationen

Zugangsvoraussetzungen

  • Hauptschulabschluss oder entsprechende Kenntnisse von Vorteil
  • Führungszeugnis ohne Eintrag
  • Mindestalter: 18 Jahre 
  • Eigener Diensthund von Vorteil, keine Bedingung
  • körperliche Eignung

Kosten / Fördermöglichkeiten

  • Kosten/Preise  auf Anfrage, in Verbindung mit dem konkreten Bedarf
  • Förderfähig – sprechen Sie mit uns.

Abschluss / Zertifikat

  • Befähigungsnachweis Team „Diensthundeführer / Diensthund“
  • Teilnahmebescheinigung der AGSM – Akademie für Ganzheitliche Sicherheit und Sicherheitsmanagement
  • Sachkundenachweis gem. § 34a GewO der IHK

Arbeitsvermittlung

Alle unsere Absolventen können nach Abschluss des Kurses kostenfrei die Arbeitsvermittlung der AGSM nutzen. Gerne sind wir Ihnen bei der Arbeitssuche behilflich. Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gern!

Unsere modularen Fortbildungen zur "Sicherheitsfachkraft mit IHK-Sachkundeprüfung gem. § 34a GewO und Zusatzmodulen" bieten wir in verschiedenen Varianten an, sodass Sie sich aus den einzelnen Fortbildungen, die für Sie und Ihre berufliche Zukunft passenden Module individuell zusammenstellen können. Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gern!